Viele Unternehmen denken bei Erklärvideos zuerst an den Nutzen im B2C-Bereich. Dabei kann Videomarketing gerade im B2B-Bereich sinnvoll eingesetzt werden, um erklärungsbedürftige Produkte, Dienstleistungen und Abläufe verständlich darzustellen. Viele Unternehmen bieten beispielsweise Softwareanwendungen oder technische Systeme an, deren Funktionsweise sie selbst nur schwer innerhalb weniger Sätze verständlich erklären können.
In der Praxis setzen viele B2B-Unternehmen weiterhin auf Präsentationen, Produktunterlagen oder persönliche Gespräche, um solche Inhalte zu vermitteln. Diese Formate stoßen jedoch häufig an Grenzen, wenn mehrere Funktionen, Arbeitsschritte oder technische Zusammenhänge erklärt werden müssen. Interessierte erhalten zwar einzelne Informationen, müssen daraus jedoch selbst ableiten, wie einzelne Bestandteile zusammenwirken und wie die Anwendung im späteren Einsatz abläuft.
Erklärvideos setzen an diesem Punkt an, indem sie Inhalte durch Animationen, Grafiken und gesprochene Erklärungen visuell aufbereiten und verständlich vermitteln. Dadurch können Abläufe Schritt für Schritt dargestellt und Zusammenhänge nachvollziehbar erklärt werden.
Kurzfassung
- Erklärvideos helfen B2B-Unternehmen, komplexe Produkte, technische Abläufe und Dienstleistungen Schritt für Schritt darzustellen und für unterschiedliche Entscheidungsträger verständlich zu machen.
- Erklärvideos sind besonders geeignet, um die in Texten oder Präsentationen schwer vermittelbaren Abläufe, Funktionen und Entscheidungsrelevanzen im B2B-Bereich anschaulich darzustellen.
- Typische Fehler bei Erklärvideos sind fehlende Kernbotschaften, eine unlogisch aufgebaute Szenenfolge, zu viele Informationen in kurzer Zeit sowie eine Darstellung, die nicht auf den Kenntnisstand der Zielgruppe abgestimmt ist.
- Die Erstellung eines Erklärvideos beginnt mit der Analyse der Zielgruppe, der Auswahl relevanter Inhalte und einem Drehbuch, das den Ablauf der einzelnen Szenen festlegt.
- Erklärvideos werden im B2B-Bereich eingesetzt, um Kundenanfragen zu generieren, Vertriebsgespräche vorzubereiten und Produkte vorzustellen.
Warum B2B-Unternehmen häufig Schwierigkeiten bei der Erklärung ihrer Angebote haben
Viele B2B-Angebote bestehen aus mehreren Funktionen, technischen Abläufen oder miteinander verbundenen Prozessschritten. Eine Software zur Automatisierung von Arbeitsabläufen besteht beispielsweise nicht nur aus einzelnen Funktionen, sondern verändert bestehende Prozesse, indem Aufgaben automatisch ausgeführt und Arbeitsschritte miteinander verbunden werden.
Gerade bei solchen Angeboten konzentrieren sich Unternehmen häufig darauf, einzelne Funktionen oder technische Merkmale zu erklären. Für potenzielle Kunden bleibt dabei jedoch oft schwer nachvollziehbar, welchen konkreten Mehrwert das Angebot erfüllt und wie es in der Praxis eingesetzt wird. Inhalte allein über Texte oder Präsentationen zu vermitteln, erschwert es zudem, Abläufe verständlich zu erklären und die einzelnen Schritte im Gedächtnis zu behalten.
Ein Erklärvideo kann diese Abläufe Schritt für Schritt darstellen. Statt einzelne Funktionen nur aufzulisten, zeigt es den praktischen Einsatz, erklärt die einzelnen Handlungsschritte und macht sichtbar, wie verschiedene Elemente zusammenwirken. Auf diese Weise erkennen Zuschauer, wie das Angebot in der Praxis angewendet wird, und können die einzelnen Abläufe leichter nachvollziehen. Animation, Bild und gesprochene Sprache unterstützen dabei, dass Prozesse verständlich und nachvollziehbar bleiben, ohne dass zusätzliche Texte oder lange Präsentationen nötig sind.
Warum klassische Präsentationen im B2B-Bereich häufig nicht ausreichen
Viele Unternehmen verwenden Präsentationen, um Produkte oder Dienstleistungen vorzustellen. Besonders bei Angeboten mit vielen Funktionen entstehen jedoch häufig Schwierigkeiten, da Informationen über zahlreiche Folien, technische Beschreibungen oder persönliche Erklärungen vermittelt werden müssen.
Dabei machen viele Unternehmen den Fehler, möglichst viele Informationen bereitzustellen, statt Inhalte so auszuwählen, dass Zuschauer die Kernaussagen des Angebots erkennen können. Werden zahlreiche Eigenschaften innerhalb kurzer Zeit dargestellt, ohne vorher festzulegen, welche Kernbotschaft vermittelt werden soll, fehlt häufig eine Gewichtung der Inhalte.
Zusätzlich kann bei einer persönlichen Präsentation oder Vorführung die Vermittlung eines Angebots je nach Sprecher unterschiedlich ausfallen. Ein Vertriebsmitarbeiter legt den Schwerpunkt auf die praktischen Anwendungsbereiche, während ein technischer Ansprechpartner einzelne Funktionen erläutert. Selbst wenn dieselben Folien gezeigt werden, beeinflusst die Art der Erklärung, welche Informationen Zuschauer aufnehmen und wie sie den Ablauf verstehen. Dadurch entstehen unterschiedliche Darstellungen desselben Angebots, was dazu führen kann, dass Zuschauer wichtige Schritte oder Zusammenhänge nicht korrekt einordnen.
Diese Fehler sollten bei B2B-Erklärvideos vermieden werden
Damit ein Erklärvideo den gewünschten Zweck erfüllt, müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden. Ein häufiger Fehler besteht darin, dass Unternehmen direkt mit der Erstellung einzelner Szenen beginnen, ohne zuvor festzulegen, welche Informationen vermittelt werden sollen und welche Fragen das Video beantworten muss.
Ein weiterer häufiger Fehler besteht darin, dass Unternehmen die eigene Perspektive mit der Sichtweise der Zuschauer gleichsetzen. Ein Video für technische Fachkräfte kann beispielsweise bestimmte Vorkenntnisse voraussetzen, während Entscheidungsträger ohne technischen Hintergrund zunächst verstehen müssen, welches Problem ein Angebot löst und wie die Anwendung funktioniert. Werden Fachbegriffe nicht erklärt oder wichtige Grundlagen ausgelassen, können Zuschauer die Inhalte nicht in den gesamten Zusammenhang einordnen.
Viele Unternehmen planen außerdem nicht ein, dass ein Erklärvideo auf verschiedenen Kanälen unterschiedlich eingesetzt wird. Ein Video auf einer Unternehmenswebsite kann beispielsweise ausführliche Erklärungen zu Funktionen und Abläufen enthalten, während Inhalte für soziale Netzwerke stärker auf eine kurze Aufmerksamkeitsspanne ausgelegt sein müssen und häufig ohne Ton betrachtet werden. Wird die Gestaltung nicht an den jeweiligen Einsatzort angepasst, können entscheidende Informationen verloren gehen oder wichtige Inhalte erreichen den Zuschauer nicht in der vorgesehenen Form.
Wie gute Erklärvideoagenturen typische Fehler bei der Erstellung vermeiden
Bei der Erstellung eines B2B-Erklärvideos beginnen gute Erklärvideoagenturen nicht mit einzelnen Animationen, sondern prüfen zunächst, welche Informationen für die Zielgruppe relevant sind und welche Fragen das Video beantworten muss. Anschließend werden die wichtigsten Aussagen festgelegt und in ein Drehbuch übertragen, das den Ablauf des Videos beschreibt und die Inhalte der einzelnen Szenen vorgibt.
Im nächsten Schritt werden die geplanten Szenen visuell vorbereitet. Ein Storyboard zeigt, wie einzelne Inhalte dargestellt werden sollen und ob Bildsprache, Ablauf und Erklärung miteinander übereinstimmen. Dadurch können fehlende Schritte, unpassende Darstellungen oder überflüssige Inhalte bereits vor der Animation angepasst werden.
Erst nach dieser Vorbereitung werden Bewegungen, Grafiken und Sprechertext umgesetzt. Jede Szene erhält dabei eine konkrete Funktion innerhalb der Erklärung, sodass Zuschauer den Ablauf nachvollziehen und die Verbindung zwischen einzelnen Informationen erkennen können.
Fazit
Viele B2B-Unternehmen unterschätzen Erklärvideos, weil sie diese Form der Darstellung häufig nur mit Werbung für Endkunden verbinden. Dabei eignen sie sich besonders für Inhalte, bei denen Funktionen, Abläufe oder technische Zusammenhänge erklärt werden müssen.
Damit ein Erklärvideo Inhalte verständlich vermitteln kann, müssen Zielgruppe, Kernbotschaften und Szenenfolge bereits vor der Produktion festgelegt werden. Fehlende Planung führt häufig dazu, dass einzelne Informationen dargestellt werden, aber der Zusammenhang zwischen den Inhalten sowie der Nutzen des Angebotes nicht verständlich werden.
Ein durchdachter Ablauf von der inhaltlichen Vorbereitung über das Drehbuch bis zur visuellen Umsetzung verhindert, dass einzelne Informationen ohne Zusammenhang dargestellt werden. So entsteht ein Video, das Schritt für Schritt erklärt, wie ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Prozess funktioniert.
